Das Universum ist Geist.
Geistige Überlegungen.
Das Universum ist Geist.
Die Welt der Materie, die materielle Ebene, ist eine große Barriere zwischen meinem Bewusstsein und der wahren Realität des Universums. Und doch ist es die Ebene, auf der wir leben und uns entwickeln, auf der wir geboren werden und sterben, jeder von uns, früher oder später. Aber wir können dies wie Insekten tun, die auf dem Boden herumkrabbeln, ohne zu wissen, dass es einen Himmel gibt, oder wir können unseren Blick heben und entdecken, dass die Wirklichkeit weit über das hinausgeht, was wir das Wahre nennen und so eifrig studieren, um alles, was wir können, aus dem Staub der Erde zu holen. Wenn wir für ein paar Momente innehalten, können wir erkennen, dass wir durch unsere Sinne eingeschränkt sind, dass wir uns begrenzt und gefangen fühlen und dass wir spüren, dass das Leben hinter dieser riesigen Barriere aus Materie, einschließlich unseres eigenen Körpers, größer und wunderbarer ist. Wir leben in einem Gefängnis mit Mauern, die nicht realer und unüberwindbarer sind als unsere Annahme, dass sie es sind. Unsere Seele dürstet nach Freiheit, dürstet nach Leben und will erwecken. Dieses Erwecken ist im Geist, als die einzige permanente Wahrheit.
Überall wird uns gesagt, dass wir die Barriere bewahren sollen, sie schön streichen und dafür sorgen müssen, dass sie nicht rostet, denn auf der anderen Seite der Barriere gibt es nichts als Dunkelheit. Doch wir ahnen das es etwas besseres gibt, ausserhalb der Barriere. Wir werden nicht länger den Stimmen Glauben schenken, die von unserer Unwissenheit profitieren, die von der Angst vor dem Tod geschürt wird. Wir werden auf unser Herz hören und unserer Intuition vertrauen. Es ist unsere Aufgabe, diese Barriere zu durchbrechen, was die Quantenphysik bereits getan hat, auch wenn die endgültigen Schlussfolgerungen darüber, was das Universum ist, noch nicht getroffen wurden. Hier sagen wir es, ohne Angst vor Widersprüchen: Das Universum ist Geist.
Hier möchte ich also über eine Aussage meditieren, die nicht neu ist, aber mit den religiösen Vorurteilen behaftet ist, die zu ihrer Ablehnung geführt haben. Das Universum ist Geist, es ist Licht und es ist eine Kraft namens Liebe. Die materielle Ebene ist nur eine Projektion oder ein Gericht des Geistes, damit wir in unserer Erkenntnis von Gott und in unserer Liebe zu ihm als Vater gestärkt werden, indem wir, trotz der Barriere die vom Tod spricht hinter ihr, an ein freies, unvergängliches Leben glauben, und die Quelle dieses Lebens lieben und von ihr trinken.
Aber mir scheint, dass ich am Ende angefangen habe, also werde ich versuchen, eine Geschichte zu erzählen, die nicht nach Katechismus klingt. Diese Geschichte beginnt mit einer scheinbar unbedeutenden persönlichen Erfahrung, die sich aber als das entpuppte, was man eine mystische Erfahrung nennt, die nichts anderes ist, als das Leben zu spüren, ohne Daten, ohne Etiketten; einfach seine Kraft zu spüren, die spirituell ist, etwas, das wir alle tun können, wenn wir unseren Verstand für ein paar Sekunden zur Ruhe bringen und in Stille und mit Liebe beobachten.
Als ich vor ein paar Jahren bei einem Spaziergang an einem Fluss in Granada eine Ameise auf dem Boden zwischen meinen Füßen betrachtete, war das so beeindruckend, dass ich das Bild seitdem immer noch deutlich in meinem Kopf behalte, weil es mein Verständnis vom Leben verändert hat. Transformative Erfahrungen werden nicht vergessen, wie manche Träume. Ich erinnere mich lebhaft und detailliert an diesen Moment, denn plötzlich sah ich keine Ameise, sondern einen kleinen Geist in Form einer Ameise und ich hatte das Gefühl, ein Stück Leben zu sehen, das sich auf dem Boden bewegte. Die Form der Ameise war nur eine vorübergehende Erscheinung, es war ein Gedanke des Lebens, der sich in dem, was wir als Ameise kennen, manifestiert hatte. Die Ameise ist ein Zustand in einer langen Kette von Bewusstseinszuständen, und weil sie eine Ameise ist, drückt sie einen Teil des Ganzen aus und erfüllt eine Funktion in diesem Ganzen. Das war mir sehr klar und ich fühlte einen großen Respekt für das Tier, eine Verbundenheit. Ich versichere dir, dass ich nüchtern war und dass ich von der Sonne keinen Sonnenstich bekommen hatte. Ich war einfach in der Lage, diese Ameise mit Respekt zu betrachten, nicht mit dem eines Tierschützers, sondern mit dem eines Reisenden für einen anderen Reisenden, der meinen Zeitraum teilte, auf einer Etappe seiner Reise, die ich schon vor langer Zeit hinter mir gelassen hatte, einer Reise des Lichts, der Spiritualität, der Schönheit und der Liebe.
Ich nahm diesen Eindruck jenes mystischen Moments mit nach Hause und habe oft über diese Begegnung nachgedacht. Jetzt betrachte ich sie als ein Geschenk, denn mein Verstand bleibt nie stehen, er macht viel Lärm. Gott schenkte mir ein paar Sekunden der Stille, in denen sich alles veränderte. Was ich sah, war ein winziger Geist in der körperlichen Form einer Ameise, eine von unzähligen Ameisen auf der Welt. Ich hatte den klaren Eindruck, dass es nicht auf die Form ankam, sondern auf das, was sie belebte; dass die Form in kurzer Zeit verschwinden würde, aber der Geist in ihr würde seinen Weg durch das Leben fortsetzen, denn das Leben sind nicht die Formen, sondern das, was sie erschafft, was in sie hineinkommt und sich durch sie ausdrückt. Und in der selben Weise wie die Ameise, die als solche schon vor Jahren verschwunden ist und nur noch in meiner Erinnerung bleibt, weil ich sie gesehen und angeschaut habe, ist das ganze Universum eine große Form, die eines Tages verschwinden wird und den Geist frei lässt, der diese Form nicht mehr braucht, sie aber jetzt noch belebt.
Die Barriere war verschwunden oder hatte zumindest aufgehört, undurchdringlich und unzerstörbar zu sein, ich hatte den Geist in einer Ameise gesehen! Nein, ich habe keinen Minigeist gesehen, lies den Satz noch einmal. Der Geist, das Spirituelle, in einer Ameise. Du kannst ihn, wenn du willst, in einer Blume, in einer Wolke oder in deinem Bruder sehen; du kannst seine Seele sehen, mit deinem Herzen, nicht mit deinen Augen. Und dann hast du das Universum wirklich gesehen; du hast die Barriere überwunden, die uns alle trennt und uns zu Konkurrenten gegeneinander macht, weil wir uns allein und hilflos fühlen. All das ändert sich, wenn du den Geist hinter den Formen spürst. Und das Leben gewinnt an Intensität, wird pulsierend, lebendig; es wird zu einer Einladung zur Vereinigung. Das Leben ist Vereinigung im Geist.
Plötzlich verflüchtigen sich all meine Ängste vor dem Tod, dem Ende der Zeit oder dem Ende der Welt selbst und haben keinen Platz mehr in mir. Das materielle Universum ist eine vorübergehende Manifestation von und für den Geist, von unendlichen Geistern, die Planeten, Sonnen, Monde und Galaxien bilden und bewohnen. Dieses Universum erfüllt eine Funktion für das wahre Universum, das ich jetzt nicht sehen, aber spüren und fühlen kann, das geistige Universum. Was wir Energie nennen, ist etwas Lebendigeres als eine mechanische Schwingung. Messbare Strahlung, sei es Licht, Wärme oder Elektrizität, ist nichts anderes als das Rauschen des Geistes selbst. Was wir mit unseren Sinnen und Instrumenten sehen und messen können, ist nur die Wirkung, nicht die Ursache. Diese Ursache ist der Geist Gottes (Heiliger Geist), der alle Materie durchdringt, um sie zu erhalten und mit Energie (Leben) zu versorgen, denn die Materie muss nur einen Fortschritt, eine Evolution des Bewusstseins unterstützen, nicht mehr und nicht weniger. Der göttliche, universelle Geist gibt den einzelnen Bewusstseinen die Kraft, aus der Dunkelheit der Materie zum Licht ihres eigenen Geistes aufzusteigen, bis sie vollständig von der materiellen Ebene befreit sind. Sich des Geistes hier und jetzt bewusst zu werden, ist ein wesentlicher Schritt. Er heißt Glaube an Gott und an die unsterbliche Seele und an das liebevolle Band zwischen beiden.
Gott hält das materielle Universum mit all seinen individuellen Formen für uns fest, und mit uns meine ich nicht nur die Menschen auf der Erde. Gott hält die Planetenwelten so, dass wir in ihnen geistig wachsen und reifen können, bis wir diese materielle Unterstützung nicht mehr brauchen, was in unserem Fall eine schwere Prüfung für den Glauben und die Liebe ist. Und diese Prüfung besteht darin, zu verstehen, dass unser Körper ein kristallisierter Gedanke Gottes ist. Gott hält diesen Gedanken für mich so lange fest, wie er mir nützlich ist, und er hört auf, ihm Leben einzuhauchen, wenn meine Seele nach der Prüfung auf der Erde, die ich Inkarnation nenne, wieder freigelassen werden kann, was der Jüngste Tag genannt wird, der Tag an dem ich, mein Bewusstsein, meine Seele, von letzten Tag auf dieser Seite der Barriere zum ersten (jüngsten) Tag auf der anderen Seite schreitet.
Die Seele mit ihrem Geist muss wieder freigelassen werden, zurück auf die andere Seite der Barriere, die uns davon abhält zu sehen, was wir sind und was das Universum wirklich ist. Die Materie ist ein Gefängnis, das uns unsere Kraft und Freiheit nimmt, und kein Gefängnis sollte für immer sein, sondern eine Prüfung der Demut, der Ausrichtung auf das Gute in mir. Durch dieses Nachdenken über Gut und Böse gewinne ich meine Freiheit zurück. Nur wenn ich frei bin, kann ich leben und mich dem freien Leben anschließen, das aus der universellen Quelle, Gott, entspringt. Diese Freiheit, die meiner Seele und die von Gott als höchstem Wesen, ist der Grund, warum körperliche Formen nicht ewig bestehen können. Aber als polare Gegensätze des freien Geistes, als (materielle) Objekte, auf die das (geistige) Licht fällt, sind sie Punkte der Stärkung des Geistes, der sich angesichts des unvermeidlichen Verfalls des Körperlichen als einzige Wahrheit durchsetzen muss, sich also unabhängig von der Materie machen muss. Wir müssen bei dem Licht bleiben und nicht bei dem Objekt, das es reflektiert; wir müssen das Leben auf diese Weise betrachten, die Menschen um uns herum, ihr Licht sehen, ihren Geist innerhalb des Gefängnisses ihres Körpers, der zum Sterben bestimmt ist, bloße Materie, die der Verwandlung unterliegt. Und das, darauf bestehe ich, heißt, an Gott und an die Unsterblichkeit der Seele zu glauben und sie erkennen in allem, als die wahre Identität hinter Fassaden und Rollen.
Gleichzeitig muss derjenige, der in seinem Glauben und seiner Liebe stark ist, den Schwächeren in ihren Nöten helfen, sei es materiell oder geistig. Das nennt man Nächstenliebe. Wir müssen alle aus dem Pol der Materie herauskommen, in den wir durch die so genannte Erbsünde gefallen sind, durch den Fall unseres Geistes in die Dunkelheit des Todes. Wir müssen aufhören, das Gefängnis anzubeten, das uns festhält, denn wir sind freie Geister. Wir müssen unseren Aufenthalt im Gefängnis nutzen, um darüber nachzudenken, was wir sind und was wir sein wollen, ob wir für immer Gefangene sind, um in unserer Zelle (unserem Körper) zu sterben oder um frei und in Liebe als Wiedergeborene herauszukommen. Wir haben diese harte Prüfung del Lebens im Fleisch akzeptiert; wir müssen dessen Tod kennen, ihn mit Schmerz erfahren, um dann das unvergängliche Leben zu suchen und den Geist Gottes, seine Liebe, die das ewige Leben ist, wieder anzunehmen. Denn der Geist und sein ewiges Leben sind die einzige wahre Antwort auf alle unsere Fragen.
René Bijloo. 01-08-2024

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