Deine Stille.
Deine Stille
Heute fühle ich mich etwas beklommen
meinem Herzen ist alle Freude entronnen
sag’, sind wir geworden so unvollkommen
dass Du all Deine Liebe hast von uns genommen?
Ist Deine mir allzu lange Vaterstille
zu unserm Besten nur Dein hoher heiliger Wille?
ich kann es verstehen, will’s aber nicht fassen
hast Du uns denn nun für ganz verlassen?
Du weisst, ich bin in mir zurückgegangen
ich hab’ mein Herz tief untersucht
ich hatte mich aus Angst eitel verfangen
und bekommen nie von nichts genug.
Ich verlange nicht von Dir ein Zeichen
oder gar ein Wunderwerk desgleichen
doch Deine anwesende Winterstille hier
verwundert mich schon sehr von Dir.
Ich weiss, lieber Vater, ich darf nicht klagen
denn hören meine Ohren Deine Stimme nimmer
muss ich doch demütig dankbar sagen
Du hast zu mir geredet durch Dein Wort, das immer.
Was von aussen nicht soll zu mir kommen
weder Blitze noch Posaunen des Gerichtes aus Dir
habe ich in meinem Geist so sanft vernommen
die Stimme Deiner Liebe und Erbarmung tief in mir.

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