Die geistige Sicht.

Die geistige Sicht.


Vom Licht der Welt und dem Licht des Geistes. 


Lieber Leser, für diese tiefgründige Betrachtung musst du zwei wichtige Dinge richtig verstehen, denn du wirst die Dinge unter dem Tageslicht bald nicht mehr mit den gleichen Augen sehen:


1. Die Liebe ist alles; wo und wem du deine Liebe gibst, dort wirst du dein Leben finden, doch dieses kann ein wahres oder ein falsches Leben sein. Das wahre Leben wird dich stützen, ernähren und dir die Kraft für deine Entwicklung geben. Die Quelle aus seiner Liebe zu dir wird unerschöpflich sein. Das falsche Leben, jedoch, wird dich fallen lassen, dich enttäuschen (aus deiner Täuschung holen) und dich in Traurigkeit und Verzweiflung stürzen. Du wirst dich betrogen und verlassen fühlen. Das muss so sein, damit du das wahre Leben suchst. Wo sich das wahre Leben befindet, was es bedeutet, werden wir versuchen zu sehen. 


2. Und da wir von sehen reden, und sehen vom Licht abhängig ist, soll gesagt werden, daß es ein natürliches Licht gibt, zu dem die Augen sich angeregt fühlen und ein geistiges Licht, das unser Herz belebt. Das natürliche Licht kommt von außen, von der Welt; das geistige Licht kommt von innen, und ist die Wahrheit des Lebens durch das Wort Gottes das nur von Liebe spricht, diese Liebe die sich nie erschöpft. Das innere Licht kommt nur aus dieser Liebe und hat nichts mit dem natürlichen Licht zu tun und mit den Dingen die jenes dir durch deine Augen zeigt. 


Du hast also bemerkt, daß du entweder nach außen oder nach innen schauen kannst, und dort jeweils natürliche materielle Gegenstände oder geistige Gegenstände siehst. Dabei ist geistig sehen, empfinden, fühlen. 


Was kann man daraus schliessen? Wir sind Wesen des Lichts, die Licht benötigen zum leben und gedeihen, weil wir aus dem ursprünglichen Licht, das Gott ist, hervorgegangen sind und zu ihm zurückkehren, wenn wir sterben, zumindest diejenigen, die nach Hause zurückkehren wollen. In diesem Zuhause ist das Licht geistig und schwingt auf einer höheren Frequenz, jenseits der körperlichen Sinne. In der Zwischenzeit leben wir hier auf der Erde unter einem anderen Licht, einem Licht, das wir natürlich nennen, das von der Sonne und den Sternen kommt. 


Das einzige was beide Sorten von Licht vereint ist daß sie aus der Gnade Gottes kommen zu unserem Segen. Jedoch hat alles was unter dem natürlichen Licht steht, einen Haken und dient einer geistigen Prüfung. 


Die Seele, in dieser Welt, hat eine Freiheitsprobe zu absolvieren, indem sie, in einem an die Zeit gebundenes Leben, wählen muß, zwischen natürlichem und geistigem Licht. Sie kann also den Weg nach außen oder den inwendigen Weg für sich wählen, und einem oder dem anderen Weg und was sie auf ihm findet, Anerkennung geben. Von dieser ihrer Wahl hängt ihr ganzes Leben ab. Mit Leben reden wir vom Leben der Seele, nicht des Körpers, der auf jeden Fall sterben muss. 


Was hat das denn alles auf sich? Im Folgenden werden wir versuchen dies zu verstehen, es hell zu erleuchten, um unsere Wahl des Lichtes mit etwas mehr Kenntnis und Weisheit zu machen. Denn diese Meditation handelt davon, was wahr und was falsch ist, in welchem Licht es gesehen wird, und von der Liebe, die in der Seele eine Anziehungskraft für das erzeugt, was sie für wahr und vertrauenswürdig hält. 


Je mehr ich also an das natürliche Licht der Welt als Erleuchtung des Wahren glaube, d. h. an das, was ich durch das natürliche Licht als Quelle, die mir die Realität der materiellen Gegenstände in Formen und Farben vor Augen führt (Objekte), als wahr erkenne, desto mehr entferne ich mich von mir selbst, von meinem inneren Wesen, und schließe dieses, mein inneres Wesen, vor mir ab. Indem ich also die Realität unter natürlichem Licht bestätige, einschließlich meines körperlichen Selbst als dem, was mich definiert, verschließe ich mich meinem wahren Selbst, das mein geistiges Wesen ist, das am Geist Gottes teilhat. 


Meine Seele befindet sich hier auf der Suche nach sich selbst, nach ihrem wahren Ich. Sie fragt sich: woher komme ich, was mache ich hier und wohin werde ich gehen nach dem Tod? Zu diesem Zweck hat Gott ihr zwei Arten von Licht geschenkt, das äußere und das innere. Die Seele sucht also sich selbst in allem was sie sieht; sie sucht Bestätigung daß sie existiert, durch Angehörigkeit. Sie sagt zu sich: das sehe ich und es gefällt mir; da gehöre ich hin, denn das ist mir ähnlich, es ist meine Welt und ich bin ein Teil von ihr. Das können wir Familie, Gesellschaft oder Kultur nennen. All dies ist außen und wird durch das natürliche Licht von der Seele aufgenommen, was eine Bewegung, eine Neigung in der Seele bewirkt. Sie will dorthin, dort leben und dort bleiben. Das natürliche Licht ermöglicht es dir, Dinge oder Menschen zu sehen, ihnen Glauben zu schenken und sich in sie zu verlieben.Ohne das natürliche Licht wäre es ihr unmöglich, denn sie würde im Dunkeln tappen. So weit, so gut. 


Alles hat seine Konsequenzen im Leben, und das sollen wir auch hier gut verstehen. Dem natürlichen Licht und den Objekten die es mir vorstellt meinen Glauben (Vertrauen) schenken als etwas Wahres und Beständiges das in mir Zuneigung bewirkt, ist diesen Objekten, seien es Sachen oder Personen, meine Liebe geben und meine Liebe ist woraus ich mein Leben beziehe, denn die Liebe ist das Leben. Wenn man sich fragt: -was ist das Leben?- kommt man nach einigem Nachdenken zur Antwort das die Liebe überall ist wo Leben ist, und daß was lebt, lebt, weil es geliebt wird, also sonst eingehen würde, wie eine Pflanze ohne Licht und Wasser. 


Der Glaube, das Vertrauen, führt zur Liebe und diese macht die Anziehung aus zu dem was man liebt, weil man es für die Wahrheit hält, weil es sich den Sinnen, durch sehen und hören, so vorgestellt hat, als etwas gutes und vertrauenswürdiges, womit es also Anhaftung und Vereinigung verursacht, dann auch ein sich darauf stützen und sich davon ernähren, weil die Liebe solches erwartet, d.h. Frieden und Sättigung zu bekommen vom Geliebten, also Zufriedenheit der Seele, die sich selbst, als Wesen aber nun nicht mehr als etwas Geistiges verspürt, sondern als etwas rein Äusseres, ein Teil des materiellen Körpers und ein Teil der Welt (Kultur, Gruppe) und nur noch durch die Sinne und Sitten seine eigene Anerkennung von außen sucht um sich selbst zu finden, zu sättigen und so zu bestätigen als etwas das ist und das zu etwas Grösserem gehört, aus dem es Zufriedenheit holt. All das macht die Liebe als Anziehungskraft. 


Jedoch, nur die materielle Realität als wahr zu erkennen, d.h. an nichts Geistiges, Dahinterstehendes, zu glauben, ist sich an die materielle Welt der Zeit und dem Raum anzuhaften (durch Anziehung der Liebe) , Zeit und Raum die sich stets verändern, damit also auch die Dinge in ihnen verändern, sich auflösen in ihrer Beständigkeit, in ihrer Form, die durch das natürliche Licht erkannt, bekannt und geliebt wurde, was für das Auge, also die Seele, den Tod bedeutet, da sie ein bestimmtes Ding (Gegenstand oder Person) das sie liebte -weil sie ihm ihren Glauben schenkte- verliert, und zwar weil sie es nicht mehr sehen kann, was zu einer Falle für die Seele wird wenn diese sich vollends dem Geist als beständiges Wesen hinter allem natürlich Sichtbaren verschließt.  Weil die Seele den Weg nach außen gewählt hat, sie sich in die Welt projiziert hat auf der Suche nach Bestätigung ihres eigenen Wesens, ist weshalb sie nicht an die geistige Realität glaubt, als Ursache der materiellen Welt, sowie auch nicht an Gott als das Erste, sondern nur an die Äussere Form die sie dank des natürlichen Lichtes erkannt und geliebt hat. Dies führt uns zum bekannten Götzendienst. Götzen sind Objekte, die wir unter natürlichem Licht verehren und lieben. Da Götzen aus Materie bestehen, müssen sie als temporäre Formen früher oder später scheitern. Und hier stehen wir nun vor den Konsequenzen, und die sind nichts anderes als der Tod, der sich auf die Seele stürzt und sie verdeckt mit seinem Schatten als etwas wahres, denn das Geliebte ist aus der Sicht im natürlichen Licht verschwunden. 


Doch es handelt sich um einen Trick, um eine Täuschung, die unter dem natürlichen Licht stattfindet. 


Man kann sagen, daß der Tod dank eines einfachen Zaubertricks, der darin besteht, den geliebten Menschen verschwinden zu lassen, selbst zu einem traurigen Objekt unseres Glaubens wird. Das Publikum, das den Mechanismus hinter dem Trick nicht kennt, applaudiert ihm und erhebt ihn zur Wahrheit. So wird der Tod, triumphierend, zu etwas Realem. Der Tod nutzt die Unwissenheit derer aus, die den äußeren Weg des natürlichen Lichts gegangen sind und nie den spirituellen Pfad erkundet haben, der nach innen führt, wo wir unsterblicher Geist sind. 


Meine eigene Liebe aus dem Glauben aus der äußeren natürlichen Sicht führt mich also in den Tod, ganz einfach weil ich an die Dinge der Zeit angehaftet bin. Sie reißen mich, durch mein Verliebtsein in sie, mit in die Nacht des Todes, auf schrecklicher Art und Weise, wenn sie verschwinden. Jedoch hat niemand und nichts anderes als meine eigene Zuneigung Schuld an der falschen Liebe aus dem falschen Glauben aus der äußeren natürlichen Sicht im natürlichen Licht. Das haben wir hoffentlich verstanden. 


Aber jetzt könntest du dich fragen: Wie kann ich diesem Drama des Lebens ein Ende setzen, in dem der Tod das letzte Wort hat? Wie kann ich den Tod besiegen, seinen so überzeugenden Zaubertrick durchschauen, um nie wieder auf seinen Betrug hereinzufallen und von Schmerz und Trauer niedergeschlagen zu werden? 


Die Antwort ist so einfach wie eine 180 Grad Wende. Wenn ich verstehe daß ich von außen, von der Welt im natürlichen Licht, nur den Tod geschenkt bekomme, weil ja alles vergänglich ist, ich aber nicht in einen dummen Hedonismus verfallen will (also der Welt noch mehr Liebe geben für nichts) oder in einen noch dümmeren Stoizismus (niemanden lieben, nicht einmal mich selbst), weil ich eingesehen habe daß die Liebe das Leben ist, dann werde ich mich automatisch anderswo umsehen nach dieser Liebe. Sie ist aber nicht hinter mir, oder oben, sie ist in mir. 


Wenn die Liebe mich an Gleiches anzieht, muss es also etwas in mir geben von dem ich mich angezogen fühlen kann, etwas schönes, dem ich gleich sein will, zu dem ich gehören will und dem ich gehorchen will, also seinen Regeln und Gesetzten, weil ich aus ihm mein Leben schöpfen will.  Tatsächlich gibt es so etwas in mir, und es heisst Gott. So wie die Bibel sagt: Er schuf den Menschen zu seinem Bilde (M.1.27). Und Gott kann man nicht im natürlichen Licht sehen, wohl aber im geistigen Licht. Wie geht das? 

 

Ich muß mich von außen nach innen wenden, d.h. die Augen schließen und mich dem Licht des Geistes öffnen.  Ok, ich weiß, das klingt schön, aber es scheint ein mystischer Weg zu sein, der nur für Auserwählte bestimmt ist. Nun, du kannst tatsächlich einer der Auserwählten werden, mit gutem Willen und Geduld. Denke daran, dass es nur darum geht, wo du deine Liebe hineinlegst. Nimm deine Liebe von der Welt, die du einst verehrt hast, und gib sie ganz einfach Gott, in dir!


Das kann man mit beten und meditieren erreichen. Beginne das geistige Licht in dir zu suchen. Es verlangt nur etwas Ausdauer und ernsthafte Anstrengung von mir, genau wie die Welt es vorher verlangte. Dabei ist meditieren kostenlos. Der tiefe Sinn jeglicher Meditation ist mein geistiges Wesen, also Gott, ins Leben zu rufen und Ihn zur Regierung meines Seins führen, mich unter die  Führung Gottes stellen, so wie ich mich vorher unter die Führung der Welt gestellt hatte. Das mache ich, weil ich das Leben aus der Liebe Gottes empfangen will. Ich soll ihm also mein Vertrauen schenken. Ich bin ja zum Glück von der Welt schon lange enttäuscht worden. Wie kann ich Ihn aber sehen? 


Da wir leider nicht in der Lage sind, die geistige Realität, d. h. die Welt der Geister, zu sehen, wie es die Menschen in der Antike von der Zeit Adams bis zur Zeit Noahs taten, weil die Menschheit dem Himmel und Gott den Rücken gekehrt und sich, von einigen Ausnahmen abgesehen, gegenüber den Geistern, die uns über Gott lehren konnten, blind gestellt hat, brauchen wir ein anderes Mittel, um der geistigen Realität zu begegnen. Wir müssen die geistigen Objekte im Licht eines Himmels sehen, der nicht der natürliche, äußere, sondern der geistige und innere Himmel ist, den manche erweitertes Bewusstsein nennen. 


Dafür hat der Vater im Himmel uns nun Sein Wort geschenkt, in dem der Geist Jesu Christi lebt, der geistiges Jesus, der nach der Himmelfahrt des historischen Jesus, in dem Gott zum Mensch wurde, bei uns im Wort geblieben ist. 


Christus sagte zu den Menschen: „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und alles andere wird euch dazugegeben werden“ (Mt 6,33). Damit meinte er, suchet das geistige Licht in euch, denn er sagte auch, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei. Deutlicher kann man es nicht sagen. 


Das Wort soll der Seele Licht bringen; es soll das wahre Leben erhellen in uns. Dafür müssen wir aber uns nochmals nach innen wenden und tief im Geist in das Wort hinein gehen, es spüren, die Liebe spüren, also nicht im natürlichen Licht (!) den Buchstaben lesen und als solchen schon als Wahrheit erkennen und lieben, es also für unser äusseres Wesen benutzen, um Anerkennung durch die Wahrheit zu erhalten, denn das hat nur zu Spaltungen der Kirche geführt. Das wahre Leben soll uns verbinden, nicht trennen, wie alles im natürlichen Licht geschieht, weil jeder den Tod fürchtet. 


Das Wort Gottes ist ein Wort des Lebens das nie erlöscht. Und genau das soll uns verbinden in Frieden und Vertrauen. Diese Verbindung oder Vereinigung im Wahren hat ihren Grund in der Wahrheit aus Gott als Erstes und als Lebensquell das jeden von uns unendlich nährt und stützt. Das Wort, in seinem tiefen Sinn der Liebe, ist das geistige Licht, durch welches die Seele fähig ist das geistig Wahre zu erkennen, es su sehen, in sich selbst, ihm also ihren Glauben zu schenken und somit ihre Liebe, die sie dann glücklicherweise an den Geist Christi bindet, der als Vorbild in ihr das leuchtende Zentrum der Liebe bildet, und damit an das Ewige, an das Quell Gottes, was ihr eigenes ewiges Leben sein wird, in dem sie die Liebe die sie aus Gott in sich schöpft dem Nächsten weitergeben wird, im Nutzzwecke des Himmels wo alles Licht nur geistig ist und aus der Liebe Gottes flutet. 


Amen. 

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